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Dagmar Chidolue - Presseartikel


Märkische Allgemeine 01.04.2015


Auf die Lektüre neugierig gemacht

Die Kinder rufen, toben, kippeln. Doch dann ertönt eine Glocke. Es herrscht Ruhe. Diesmal ist es jedoch nicht die gewohnte Schulklingel, die schlagartig für Stille sorgt. Geläutet hat diesmal Irina Seeger von der Bibliothek "Am Männekentor".

Dagmar Chidolue vor ihrem Publikum in der Wiesenburger Kunsthalle. Quelle: T. Potratz

Wiesenburg. Sie begrüßt immerhin 60 Jungen und Mädchen aus der Grundschule "Am Schlosspark" in der Kunsthalle. Obwohl sich draußen die Sonne langsam den Weg bahnt, wird ihre Aufmerksamkeit von Dagmar Chidolue gefordert. Sie ist Kinderbuchautorin und stellt anlässlich der Märkischen Literaturtage zwei ihrer neuesten Bücher vor. Am Vortag war sie bereits in der Geschwister-Scholl-Grundschule Bad Belzig zu Gast. Die 70-Jährige schwingt sich auf das Podest und beginnt zu lesen – nach und nach erobert sie sich das Publikum in der "Perle des Flämings".

Sie erzählt unter anderem von Millie. Die Figur ist Hauptheldin einer seit 25 Jahren beim Nachwuchs erfolgreichen Serie. Die Erzählungen leben davon, dass das junge Mädchen durch die Welt reist und in einer Geschichte beispielsweise sogar der Villa Kunterbunt in Schweden einen Besuch abstattet. So verknüpft die Schriftstellerin beliebte Literaturklassiker mit Aktualität und begeistert so die jungen Leser. Das klappt auch heute.

"Ich denke mir die Geschichten manchmal gar nicht aus", sagt Dagmar Chidolue. Sie würde auch viel aus ihren eigenen Erfahrungen schreiben, da sie gern reist und eine kleine Enkeltochter hat. "Die macht den ganzen Unfug und ich schreibe das nur auf", sagt die schon mehrfach preisgekrönte Autorin aus Frankfurt am Main.

"Ich will wissen, wie es weiter geht", ruft plötzlich ein Mädchen aus der zweiten Reihe. "Dann könnt ihr das Buch hier gern ausleihen", sagt Dagmar Chidolue und überreicht Irina Seeger einen Stapel ihrer Werke.

Die zum zwölften Mal veranstalteten Märkischen Literaturtage richten sich nicht nur, aber vor allem an die Jüngsten. Irina Seeger sieht sich in der Beteiligung bestärkt. "Ich merke seit Jahren, dass die Nachfrage nach den Büchern, die wir hier vorstellen, steigt", sagt die Gastgeberin. In der heutigen Zeit sei es wichtig, immer wieder Aktionen zu starten, damit die Kinder nicht vergessen, dass es auch noch die Bücher gibt.

"Die Lesebereitschaft ist da. Aber sie darf nicht durch andere Dinge in den Hintergrund gedrängt werden", lautet ihre Analyse. Damit spielt Irina Seeger vor allem auf die Möglichkeiten der modernen Technologie wie Smartphones und Tablets an, die natürlich Konkurrenz zum gedruckten Buch werden.

Die Lehrerschaft begrüßt die Literaturtage ebenso. Daher gebe es eine Kooperation mit vielen Schulen, welche die Initiative vom Landratsamt Bad Belzig geförderte und koordinierte gern nutzen. Der Zeitpunkt sei außerdem günstig, da die Osterferien vor der Tür stehen und somit wieder mehr Lesezeit für die Kinder bleibt, heißt es.

Von Tobias Potratz


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