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Dagmar Chidolue - Presseartikel


buchmarkt.de / Der Messe-Mayer Frankfurt 2014 10.10.2014


Tag 5 von 6: Samstag - Chidolue und Anselmfie

DAGMAR CHIDOLUE

Keine Märchentante: Dagmar Chidolue erzählt die Welt

Am Stand von Oetinger treffe ich die Millie-Autorin Dagmar Chidolue! In ihrer erfolgreichen Reihe lässt sie das Mädchen Millie teils Alltags-, teils Reiseabenteuer erleben. Zähneputzen contra ägypten. Weil Frau Chidolue mal frech behauptet hat, sie erreise jede Millie-Geschichte selbst, wollte ich da noch mal nachhaken.


BuchMarkt: Sie machen jede Ihrer Millie-Reisen selbst?

Dagmar Chidolue: Ja, ja.

Welche Reiseziele waren das?

Na, alle! Es fing ja mit Paris an, London, New York, Moskau, Istanbul, Ägypten, Afrika, Nordpol...

Sie waren also am Polarkreis?

Nein, ich war weiter hoch! Polarkreis hat nicht gereicht, das geht ja noch weiter! Ich war richtig 90° Nord.

Das ist doch sicher sehr teuer? Wieviel kostet denn eine Millie-Seite, gemessen am Reiseaufwand?

Das war sicherlich die teuerste Geschichte. Ich habe auch lange überlegt, ob ich das vom Aufwand her überhaupt machen kann. Ich habe dann die Reisekosten auf zwei Steuerjahre verteilt, damit das Finanzamt nicht vom Stuhl fällt. Ich habe es nicht nachgerechnet, aber ich glaube, an Millie am Nordpol verdiene ich keinen Cent.

Was waren die tollste und die schrecklichste Reise, die Sie gemacht haben?

Die tollste Reise war der Nordpol. Traumhaft. Die schrecklichste Reise hingegen habe ich gerade erst abgeschlossen und kam vor zehn Tagen zurück: Und dabei war das Millies Traumreise, nämlich zum Amazonas.

Was war daran schrecklich?

Es war sehr hart, weil es eine Expeditionsreise war. Es war sehr schwer, sehr, sehr heiß. Es war schwer, in Rio etwas zu essen zu finden, das man auch essen kann, wenn man sich mal abseits der Reisegruppe bewegte. Die Gruppe war sehr schwierig.

Wieviel von solchen Problemen vor Ort bekommt die Figur Millie mit?

Auf die leichte Art baue ich das schon ein, zum Beispiel die Favelas, die zum Stadtbild Brasiliens gehören.

Andere Eindrücke von Brasilien?

Ich war einmal in einem Restaurant essen, und in Rio bekommt man automatisch Portionen für zwei. Doppelten Wein, doppelte Menge, automatisch für zwei. Und für mich wäre eine Portion schon zu viel gewesen, ich musste also richtig viel zurückgehen lassen. Als ich gegangen bin, sehe ich, wie sich das Personal direkt über meine Reste hermacht. Wie dicht arm und reich hier beieinander leben, sieht man eher an solchen Alltäglichkeiten, und nicht nur an schmutzigen Kindern oder anderen Bildern, die man sattsam kennt. Dass brasilianische Kinder alle im Müll spielen, ist ein Klischee, aber dass die Brasilianer eifrig ihren Müll trennen, weiß hier keiner. Und das sind dann Dinge, denen auch Millie begegnen kann. Es muss dem Alter der Leser eben angemessen sein.

Wer entscheidet denn über das nächste Ziel? Muss jedes Milliebuch an Ihrem privaten Urlaubsort spielen, oder müssen Sie Millies Schnapsideen hinterherreisen? Entsteht die Geschichte nach dem Reiseziel oder umgekehrt?

Frei Schnauze konnte ich früher mal, aber dann wollte der Verlag Mitsprache, weil die dachten, sie wüssten, welche Bücher besser laufen würden als die anderen. Man schlug dann Reisegeschichten vor. Ulkigerweise zeigte sich, dass die Alltags-Millies viel besser ankamen. Deshalb versuchen wir heutzutage, das ein wenig abzuwechseln, die Reisebände und die Alltagsbände. Ich wäre ja lieber ganz bei der Reiseschiene geblieben.

Klar: "Millie beim Zahnarzt" ist als Termin nicht so attraktiv wie Hawaii oder Rio.

Schweden fand ich aber auch langweilig. (lacht)

Welche Orte wünschen sich Kinder, die nicht in Frage kommen?

Atlantis und Weltraum. Immer wieder Weltraum.

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