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Dagmar Chidolue - Presseartikel


Märkische OnlineZeitung 07.05.2014


"Ohne Schreiben wird es mir zu langweilig"

Erkner (MOZ) Wie heißt das Gefühl, das aufkommt, wenn plötzlich jemand anders das tut, was man selbst gern täte? Kinderbuch-Autorin Dagmar Chidolue unterbrach sich am Mittwochvormittag bei ihrer Lesung und fragte die Kinder der Löcknitz-Grundschule. Nach zwei falschen Wortmeldungen sagte ein Mädchen den richtigen Begriff: Eifersucht. So war das Eis rasch gebrochen, ein lebendiger Kontakt zwischen Autorin und ihrem Publikum hergestellt.

Zog die Kinder rasch in den Bann: Autorin Dagmar Chidolue bei ihrer Lesung im Bürgersaal des Rathauses.© MOZ/EGGERS

Drei Klassen, je eine vierte, fünfte und sechste, waren in den Bürgersaal des Rathauses zur Lesung gekommen, die Ines Fraundorf von der Stadtbibliothek organisiert hatte. Die 72-jährige Schriftstellerin, die 1986 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet worden ist, las aus einem ihrer Millie-Bücher vor und aus ihrem Werk "Das mit mir und Romeo". Das Thema sei in allen Fällen das gleiche, sagte Dagmar Chidolue. Es gehe immer um Mädchen und Jungs - oder auch um Jungs und Mädchen.

Aus dem aus Sicht der 12-jährigen Julia geschriebenen Buch "Das mit mir und Romeo", das natürlich auch von der ersten Liebe handelt, las Dagmar Chidolue einen Abschnitt, in dem die beiden Hauptfiguren, noch vor dem ersten Kuss, miteinander ins Kino gehen - und dort ausgerechnet einen Liebesfilm zu sehen bekommen. "Ich würde es neben Romeo nicht aushalten, wenn auf der Leinwand etwas abgehen würde", denkt sich Julia. Nach dem Kinobesuch kommt es dann zum ersten Kuss - er ist aber ziemlich anders, als Julia sich ihn vorgestellt hat.

Die Kinder folgten der Lesung aufmerksam und löcherten die Autorin hinterher mit unzähligen Fragen. Dabei gestand Dagmar Chidolue, dass sie nichts erfinde, nur Geschichten nacherzähle. "Ich habe viel Vorstellungskraft, aber keine Phantasie." Leichte Veränderungen genügen, um die realen Figuren unkenntlich zu machen - das illustrierte die Autorin am Beispiel einer anderen Liebesgeschichte unter Kindern, die ihre eigene Tochter zum Vorbild hatte. 73 oder 76 Bücher, genau wisse sie es nicht, habe sie schon geschrieben, erzählte Dagmar Chidolue - zwei Monate brauche sie für eines. Und warum macht sie das überhaupt? "Weil mir sonst zu langweilig wird."


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