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Dagmar Chidolue - Presseartikel


Neue Westfaelische 22.06.2011


Realität belebt die Fantasie

Kinderbuchautorin Dagmar Chidolue zu Gast in der Hauptschule Ost

VON ROLF BIRKHOLZ

Gütersloh. Ein halbes Jahr lang haben sich die Klassen 5 a und b mit Dagmar Chidolue per E-Mail ausgetauscht. Die hintere Wand des Klassenraums in der Hauptschule Ost ist mit dem Briefwechsel beklebt. Doch so von Angesicht zu Angesicht, als die bekannte Kinderbuchautorin zum Abschluss des Projekts „Adoptiere einen Autor“ der Initiative „Lesespaß“ die Schüler besuchte, gab es immer noch genug Gesprächsstoff.

Auf Fragen nach ihren Lieblingsspeisen nannten einige der multikulturellen Schülerschar Döner und gaben auch gleich Tipps, wo die in der Stadt besonders gut schmeckten. Dagmar Chidolue verriet, dass sie gern türkische rote Linsensuppe esse. Und sie erzählte, wie sie in Wien den großen Sachertortentest machte, den ihre Buchheldin Millie „Sachentortenfest“ nennt. Lehrerin Erika Dahlkötter war daran gelegen, auch noch das Thema „Konsequenzen- Kuchen“ anzuschneiden. Der schmeckt wahrscheinlich denen nicht so gut, die ihn den anderen mitbringen müssen, nämlich als Folge von Unterrichtsstörungen. Die Idee zu diesem pädagogischen Gebäck in „Millie kocht“ hat Dagmar Chidolue in einer der Schulen aufgenommen, in denen sie vorgelesen hat.

Überhaupt schreibt die bekannte Autorin möglichst nur über das, was sie kennt. Für die Reihe der Reisebücher mit Millie hat sie sich deshalb selbst an den beschriebenen Orten umgeschaut. In Moskau zum Beispiel. „Ach,das muss ich einfach erzählen“: wie ihr dort im Winter die Mine des Kugelschreibers einfror, mit dem sie sich Notizen macht. Dagmar Chidolue setzt also auf die Wirklichkeit,um die Phantasie in Gang zu setzten. Bei Personennamen allerdings achte sie darauf, dass die „nicht ganz so modern sind“ und in ein paar Jahren schon nicht mehr vergeben werden.

Bei ihrem ersten Buch, „Das Maisfeld“, wiederum hat sie mehr erfunden als nötig. Das spielte nämlich dort, wo sie in Gütersloh aufgewachsen ist, in der Gegend von Königstraße und Dreiecksplatz. Und statt ein Mädchen zur Heldin zu machen, hat sie dort auch aus Angst, dass sich ihre einstigen Spielgefährten auf den Schlips getreten fühlen könnten, über sich als Jungen geschrieben.

Das habe sie aber später geändert, so die Schriftstellerin, und das Buch unter dem Titel „Zuckerbrot und Maggiesuppe“ noch einmal veröffentlicht, mit den richtigen Namen der Personen und Straßen ihrer Kindheit in Gütersloh. Und die wahre Geschichte sei auch von den damals Beteiligten gut aufgenommen worden.

INFO
Die Autorin

´ Dagmar Chidolue wurde 1944 in Ostpreußen geboren. Sie wuchs in Gütersloh auf und lebt in Frankfurt am Main.

´ Seit 30 Jahren schreibt sie Bücher für junge Erwachsene und Kinder.

´1986 erhielt sie den Deutschen Jugendliteraturpreis. Bekannt ist sie zumal durch ihre „Millie“-Bücher.

´Initiative Lesespaß wird getragen von der Stiftung Lesen, Goethe-Institut und der Bertelsmann AG. (rb)

Spaß beim Lesen: Die Klassen 5 a und b der Hauptschule Ost und Lehrerin Erika Dahlkötter (hinten r.) hatten die Kinderbuchautorin Dagmar Chidolue (l.) zu Gast, an der Wand der vorausgegangene E-Mail-Verkehr zum Kennenlernen.    FOTO: ROLF BIRKHOLZ


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