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Dagmar Chidolue - Presseartikel


Rheinische Post 03.09.2004

Dagmar Chidolue: Die Liebe ist das Paradies

Autor: Imke Meier

Dagmar Chidolue hat zahllose Bücher über Kinder und Jugendliche von heute geschrieben. Das Verhältnis zu den Eltern, die Freundschaft mit Gleichaltrigen, die erste Liebe - sie beherrscht es, all dies direkt aus dem Leben zu greifen und mit großer Nähe zur Zielgruppe zu erzählen. Ganz andere Töne schlägt ihr Kinderbuch „Zuckerbrot und Maggisuppe“ aus dem Jahr 2002 an - eine beeindruckende Geschichte aus der Nachkriegszeit, deren Hauptfigur Jutta viele autobiografische Züge trägt. In diesem Herbst erscheint als Fortsetzung „Die Liebe ist das Paradies“: Jutta ist gleich um mehrere Jahre gealtert - aus dem Kind ist ein 15-jähriger Teenie geworden, der Stöckelschuhe liebt und von der Liebe träumt. Liebe, das bedeutet für sie: ein warmes Gefühl, heimliche Berührungen, als Krönung ein Kuss. Alles, was sie darüber weiß, stammt aus schnulzig-naiven Büchern. Aufklärung oder offene Gespräche mit ihren Eltern gibt es nicht.

Die verstaubte Bürgerlichkeit, die sich an Moralkonventionen klammert, taucht in fast jeder Szene wieder auf und entlockt uns hier ein Lächeln, dort ein Kopfschütteln. Wie in „Zuckerbrot und Maggisuppe“ gelingt es Dagmar Chidolue aber auch hier, die Distanz zu den längst vergangenen Zeiten zu überbrücken. Denn ungeachtet aller Unterschiede ist sie der Nähe zu ihren jugendlichen Hauptdarstellerinnen treu geblieben - und deren Gefühle überdauern auch knapp 50 Jahre.

 

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