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Dagmar Chidolue - Presseartikel


Singener Wochenblatt 29.10.2012


Stockach: Eintauchen, abtauchen, erleben
Autorenlesung am Nellenburg-Gymnasium begeistert

Autogramme zum Abschluss eines „literarischen Streifzuges“: Die Kinder- und Jugendbuchautorin Dagmar Chidolue begeisterte ihre jungen Zuhörer am Stockacher Nellenburg-Gymnasium. swb-Bild: hs Stockach (hs). Eintauchen, abtauchen, erleben. In eine spannende Bücherwelt durften sich die fünften Klassen des Stockacher Nellenburg-Gymnasiums begeben. Um die Leselust der Schüler zu fördern, organisierte die Leiterin der Schulbücherei, Beate Spöther-Weber, bereits zum fünften Mal eine Autorenlesung an der Schule.

Dieses Mal war die Kinder- und Jugendbuchautorin Dagmar Chidolue zu Gast, die vielen durch die beliebte „Millie-Buchreihe“ bekannt ist. Ihre Geschichten sind autobiographisch und aus dem wahren Leben gegriffen: „Ich schreibe aus der Wirklichkeit ab“, sagt Dagmar Chidolue.

Dadurch verleiht sie ihren Geschichten Authentizität. Die jungen Leser können sich mit den Protagonisten identifizieren. Und: Die Einblicke, die die 69-Jährige ihrem Publikum gewährt, sind vielfältig. Facettenreich ist die Gefühlswelt, die sich in den Abenteuer- Liebes- und Schulgeschichten widerspiegelt. Aber auch starken Tobak serviert Dagmar Chidolue kindgerecht, mit einer Portion verschmitzter Ironie und unbeschwerter Leichtigkeit. So wirken ihre Geschichten aus der Nachkriegszeit keinesfalls erschreckend, sondern wecken eher die Neugier der jungen Generation von heute.

Dass das fröhliche Stimmengewirr der Schüler im Nu versiegte, als Dagmar Chidolue zu lesen begann, war somit nicht verwunderlich. Einen ganzen Koffer voller Bücher hatte sich mitgebracht, um flexibel auf den Lesegusto der Schüler reagieren zu können. In ihrem ausdrucksstarken Vortrag ließ sie die einzelnen Charaktere aus mehreren Büchern nacheinander lebendig werden. Und was besonders beeindruckt: Sie schreibt peinliche Geschichten über sich selbst. Beispielsweise in dem Buch „Zuckerbrot und Maggisuppe“. Dabei gebe es einen Trick, verrät die Autorin: „Ich habe die Figur im Buch nicht nach meinem Vornamen benannt“. So falle es ihr leichter ganz locker die Geschichte zu erzählen. Wie bezaubernd oder auch entzaubernd die erste Liebe sein kann, deutete Dagmar Chidolue mit einer Szene aus dem Buch „Das mit mir und Romeo“ an. Auch eine kurze Sequenz aus den skurrilen Abenteuern von „Lady Punk“ rezitiert die Autorin. Für dieses Buch hat sie den Deutschen Jugendliteraturpreis erhalten. Der literarische Streifzug kam bei den Schülern an. Überhaupt zeigte das junge Publikum großes Interesse und löcherte Dagmar Chidolue in den Lese-Pausen mit zahlreichen Fragen. So erfuhren die Schüler, dass die in Gütersloh Aufgewachsene seit rund 30 Jahren schreibt und seither 64 Bücher veröffentlichen konnte. Aus Langeweile und weil sie so „verquatscht“ sei habe sie mit dem Schreiben begonnen. Zudem hat Dagmar Chidolue Durchhaltevermögen bewiesen. Denn: Der Erfolg war ihr nicht immer sofort vergönnt. So habe sie ihr Skript „Das Maisfeld“ an 50 Verlage geschickt und es dauerte sechs Jahre bis das Buch erschienen ist. Das Durchhaltevermögen der Autorin war auch zum Abschluss der Lesung gefragt: Die Autogramm-Nachfrage seitens der Schülerschar war enorm.

Von: Oliver Fiedler


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