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Dagmar Chidolue - Presseartikel


Taunuszeitung 24.04.2012

Warum schreiben Sie Bücher, Frau Chidolue?

Altkönig-Schülerinnen interviewen die Kinderbuchautorin am Welttag des Buches

Die Kinderbuchautorin Dagmar Chidolue stattete der Altkönigschule einen Besuch ab, um aus ihrem Leben als Schriftstellerin zu berichten. Und das ist ganz schön spannend.

Von David Schahinian

Jugendbuchautorin Dagmar Chidolue im Gespräch mit den Altkönig- Schülerinnen Camilla, Katharina und Tabea. Foto: Priedemuth Kronberg. "Wie haben Sie sich gefühlt, als das erste Buch veröffentlicht war?" Oder: "Waren Sie gut in der Schule?" Fragen, die ausgebildete Journalisten der Kinder- und Jugendbuch-Autorin Dagmar Chidolue sicherlich gern stellen. Am Montag übernahmen Katharina (10), Tabea (11) und Camilla (10) diese Aufgabe. Über eine halbe Stunde lang traf sich die Schöpferin der populären "Millie"-Reihe mit den Schülerinnen der Altkönig-Schule zu einem Werkstattgespräch.

"Wir haben erst persönliche Fragen gestellt, dann allgemeine und dann einige zu ihren Büchern", sagte Tabea. Dabei wollten sie keine typischen Lehrerfragen stellen, sondern solche, die sie persönlich interessierten. Chidolue gab gern Auskunft. Zum Beispiel darüber, wie sie dazu kam, "von der Welt der Zahlen in die Welt der Buchstaben" zu wechseln. Immerhin arbeitete sie mehrere Jahrzehnte im Finanzwesen und Controlling bei einem Frankfurter Bankenverband. Nachdem sie ganz viel über Paragrafen geredet habe, erinnerte sie sich daran, dass sie das Schreiben "doch mal in der Schule gelernt" habe. Also schrieb sie einen Schlüsselroman über ihre Kindheit, der unter dem Titel "Das Maisfeld" veröffentlicht wurde.

Chidolue verschwieg den Schülerinnen nicht, dass das Leben als Autorin mitunter schwierig sein kann. Sechs Jahre lang habe sie gebraucht, um einen Verlag für das Erstlingswerk zu finden. Das Korrekturlesen gehört ebenfalls dazu, und auch der Lektor hat seine Wünsche. So solle ihr Buch, dass sie gerade für ganz kleine Kinder ab 18 Monate schreibt, kurze Sätze haben, aber gleichzeitig "mit Witz und Charme" sein.

Resolute Führung

Katharina, Tabea und Camilla lernten in dem Gespräch auch das Dilemma kennen, mit dem Journalisten zu kämpfen haben. So viele interessante Informationen und zusätzliche, nicht vorhersehbare Anknüpfungspunkte – und so wenig Platz. Da heißt es, sich auf das Wesentliche zu beschränken und die Uhr im Auge zu behalten. Katharina berichtete hinterher, dass die Autorin "manchmal sehr ausschweifend" geantwortet hat. Camilla hatte den Bogen mit dem Zeitproblem schnell raus: "So, jetzt mal weiter zur nächsten Frage!"

Zum Welttag des Buches hatte Chidolue noch ein besonderes Geschenk im Gepäck. In Zusammenarbeit mit der "Stiftung Lesen" gab es das Buch "Am kürzeren Ende der Sonnenallee" in Klassenstärke. Außerdem las sie im Anschluss an das Gespräch noch einer achten Klasse aus ihren Büchern vor.

An der Altkönigschule wird generell viel Wert auf das Lesen gelegt, berichtet Lehrerin Rita Eichmann. Neben so genannten Lesekisten, aus denen sich die Schüler bedienen und "Lesekilometer" sammeln können, komme das Lesepaten-Projekt sehr gut an. Dabei setzen sich Neuntklässler ein halbes Jahr mit leseschwachen Fünftklässlern zusammen, um deren Lese- und Textkompetenz zu stärken.

 

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